Kooperation Schule-Wirtschaft

Entstehungsgeschichte

Pilotprojekt mit der Wirthwein AG
Startphase und Zielsetzung

Im Jahre 2004 fanden Gespräche zwischen Vertretern der Realschule Creglingen und Wirthwein über gemeinsame, verstärkte Kooperationen statt. Hintergründe der Treffen waren insbesondere die gestiegenen Anforderungen der Unternehmen an die kommenden Schulabgänger und die frühzeitige Bindung an Creglingen und das lokale Unternehmen. Um Schülerinnen und Schülern technische Prozesse und Berufe näher zu bringen und ihnen somit den Eintritt in die Arbeitswelt nach Schulabschluss zu erleichtern, wollten Schule und Unternehmen ihre Zusammenarbeit, ergänzend zu den bereits durchgeführten vielfältigen Aktivitäten der Schule, wie z. B. Praktika und Betriebsführungen, vertiefen. In einer großen Informationsveranstaltung für alle Eltern und Schüler der Klasse 9 stellten die Schulleitung der RSC und die Geschäftsleitung der Wirthwein AG die Ziele und Inhalte des gemeinsamen Pilotprojektes vor.

Projektbeschreibung

Das geplante Pilotprojekt sah vor, dass 3 bis 4 geeignete Schülerinnen und Schüler ein Schuljahr lang zusammen mit betreuenden Mitarbeitern von Wirthwein den kompletten Produktionsablauf eines Kunststoffteiles von der Entwicklung, Konstruktion, Werkzeugbau bis hin zur eigentlichen Fertigung des Produktes durchlaufen. Vierzehntägig arbeiteten dann die durch ein offizielles Bewerbungsverfahren auserwählten Schülerinnen und Schüler je einen Nachmittag lang in den Abteilungen an ihrem Projekt, um so nach ca. 20 Projektnachmittagen am Ende des Schuljahres ihr Ergebnis, einen großvolumigen CD-Ständer, vor Elternschaft, Ausbildern und Geschäftsleitung präsentieren zu können.

Die Schülerinnen und Schüler erlangten dadurch vertiefte Einblicke in die Berufe des Technischen Zeichners, Werkzeugmechanikers und Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik und sammelten somit erste wichtige Erfahrungen im Arbeitsalltag eines Unternehmens.

 Nachdem mit dem Unternehmen Wirthwein AG aus Creglingen das Pilotprojekt einer langfristigen Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft erfolgreich angelaufen war, wurde ab dem Schuljahr 2007/08 die Kooperation jährlich mit zahlreichen regionalen Firmen erweitert und durchgeführt.

Die überaus große Resonanz bei den Schülern/innen und Eltern der jeweiligen Neuntklässler in den darauffolgenden Jahren spiegelt bis heute den enormen Stellenwert dieser beispielhaften Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft wider.

In ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit haben sich die Realschule Creglingen und die Unternehmensleitungen der Kooperationsfirmen zum Ziel gesetzt, engagierten Schülerinnen und Schülern schon während ihrer Schulzeit über einen längeren Zeitraum Einblick in eine vielschichtige Arbeits- und Berufswelt zu gewähren. Diese Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schule ist einmalig im Main-Tauber-Kreis und wird zusätzlich zum themenorientierten Projekt (TOP) „BORS- Berufsorientierung an Realschulen“ angeboten. Auch die IHK Heilbronn schätzt diese herausragende Kooperation. Welchen Stellenwert hierbei das Kooperationsprojekt im Raum Heilbronn- Franken hat, zeigte sich erst jüngst. Bei dem Initiativpreis 2012 der IHK- Heilbronn wurde die Realschule Creglingen und die Kooperationsfirma Karl Schnell für Ihr Projekt mit dem Initiativpreis „Beste Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Schule“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

Die in den vergangenen Schuljahren durchgeführten Projekte mit ausgesuchten ansässigen Unternehmen waren außerordentlich erfolgreich und sollen auch in Zukunkt fortgeführt werden.

Dabei werden berufsorientierende Ausbildungsinhalte und -ziele von Schule und Unternehmen beispielhaft aufgegriffen und in Form eines schuljahrbegleitenden Praktikums bzw. Projekts geeigneten Schülerinnen und Schülern angeboten.

Die Möglichkeiten der vielseitigen Einblicke in die Firmenabläufe und die Option des aktiven Handelns in innovativen Firmen der Region zeichnet die Kooperation „Schule – Wirtschaft“ besonders aus. Die Begleitung von firmentypischen Prozessen und Fertigungsverfahren bis hin zur Planung bzw. Herstellung eines Produkts sind Bausteine der Kooperation.

Es liegt auf der Hand, dass damit für die betreffenden Praktikanten/innen deutlich verbesserte Startchancen für ihren persönlichen Erfolg im Einstieg in entsprechende Berufsfelder erreicht werden.

Namhafte Firmen der Region ermöglichen es in diesem Jahr wieder, motivierten und interessierten Schülerinnen und Schülern ein firmentypisches Projekt im Projektzeitraum von November 2016 bis Juni 2017 aktiv durchzuführen. Für das Kooperationsprojekt 2016/2017 konnte die Realschule Creglingen die Firmen Laukhuff GmbH & Co. KG in Weikersheim, die Firma Wirthwein AG, die Firma Karl Schnell aus Creglingen, die Firma CeraCon in Weikersheim und die bk group in Endsee gewinnen.

Insbesondere durch den Fachbereich Technik und die Angebote zur Berufsorientierung ergeben sich wertvolle Synergieeffekte zwischen den Ausbildungsbereichen der Schule und der Arbeitswelt. Die betreffenden Schüler sind durchweg leistungsorientiert, technisch interessierter, ausdauerfähiger und effektiver im Umgang mit ihrer Lern- und Arbeitszeit.

Alle Projektschülerinnen und Schüler erhalten bevorzugt einen Ausbildungsplatz, manche konnten sich unter mehreren Angeboten ihre Stelle aussuchen.

(Bericht: Ruven Lotter)