Dem Digitalpakt voraus – Realschule Creglingen investiert in digitale Bildung

22. Januar 2019

Auf politischer Ebene wird seit Jahren über den fehlenden Fortschritt in Sachen Digitalisierung an den Schulen diskutiert. Die Lösung schien der so genannte Digitalpakt zu sein. Dieser sollte ermöglichen, dass ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit die Ausstattung an den Schulen auf den neuesten Stand gebracht werden kann. Vielerorts freute man sich über diese Nachricht. Doch zur Zeit scheint es unsicher, ob die angekündigten Milliarden überhaupt ausgezahlt werden, denn es ist ein Streit zwischen den Ländern und dem Bund entbrannt. Vor dem Hintergrund, dass digitale Medien bereits seit Jahren zur Lebenswirklichkeit unserer Heranwachsenden gehören, ist die politische Diskussion zwar nachvollziehbar, aber in der Sache nicht förderlich.

Anstatt abzuwarten, hat man an der Realschule Creglingen die Initiative in diesem Bereich bereits früh ergriffen und die Bedeutung der Medienbildung  erkannt. So gibt es seit vielen Jahren Medienworkshops, die vom Förderverein der Schule unterstützt werden, in denen nicht nur der Medienkonsum hinterfragt wird, sondern die Schülerinnen und Schüler auch auf die Gefahren, die im Internet, dem PC oder auf dem Smartphone lauern, hingewiesen werden.

So war es keine Überraschung, dass im Bildungsplan 2016 für die allgemein bildenden Schulen unter anderem das Fach Medienbildung eingeführt wurde und bei den älteren Kindern und Jugendlichen die informationstechnologische Bildung inhaltlich auch durch Wahlkurse stärker gefördert werden soll.

Der Wunsch von Schulleiterin Diana Romen ist es, dass die Medienbildung an der Realschule Creglingen praxisorientiert und lebensnah umgesetzt wird, so dass nun neben flächendeckendem WLAN im Schulgebäude auch zwei Klassensätze Tablets und 16 programmierbare Roboter angeschafft wurden, die im Unterricht in verschiedenen Fachbereichen zum Einsatz kommen. Es besteht für die Schülerinnen und Schüler außerdem die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit den Robotern in ihrer Freizeit zu machen, denn im Rahmen der offenen Ganztagesschule gibt es bereits eine Arbeitsgemeinschaft, die sich mit dem Thema beschäftigt.

Im Informatikunterricht der 7. Klassen und dem darauf aufbauenden Wahlfach Informatik in Klasse 8-10 soll es darum gehen, selbst etwas zu programmieren. Realschullehrer Stefan Gerlinger, der die Roboter federführend betreut, weiß, dass seine Schülerinnen und Schüler im Internet zwar den Zugriff auf jede Art von Wissen haben, kennt aber die Schwierigkeit bei der Anwendung. So kann sich jeder Informationen beschaffen, wie man einen Roboter programmiert. Es aber selbst tatsächlich zu tun und dann den Roboter auch live in Aktion zu sehen, wird an der Realschule Creglingen nun ermöglicht. Dabei können unterschiedliche Sensoren wie Ultraschallsensoren zur Abstandsmessung oder Lichtsensoren angesteuert werden.

Die Einsatzmöglichkeit der Tablets ist vielfältig: mit passenden Apps kann ein differenzierender und anschaulicher Unterricht realisiert werden. Das Erstellen von kurzen Bildergeschichten, eigenen Hörspielen oder einem Bewerbungsvideo sind nur einige Beispiele für angewandte Medienkompetenz, die den Schülerinnen und Schülern von heute abverlangt wird.

Am 23.02.2019 kann man sich ab 9:30 Uhr auf dem Infotag der Realschule Creglingen selbst ein Bild machen.

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