ScienceKids

11. Februar 2019

Vor einigen Wochen startete das Programm SienceKids an der Realschule Creglingen. Dieses von der AOK entwickelte und vom Kultusministerium Baden-Württemberg unterstützte Projekt, hat es sich zum Ziel gesetzt, die im Bildungsplan verorteten Inhalte praxisnah im Schulalltag umzusetzen. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern Phänomene handlungsorientiert näher zu bringen, um eine höhere Verarbeitungstiefe zu erreichen.
Ein Baustein von SienceKids wird mit „Er-Leben mit allen Sinnen“ überschrieben. Sportlehrer Michael Frank thematisierte unter diesem Gesichtspunkt eine Unterrichtseinheit im Bereich Tischtennis.
Nachdem die Zehntklässler schon einen vertieften Einblick in Technik und Taktik dieser Sportart bekommen hatten, begegneten die Zehntklässler dem Tischtennissport im Selbstversuch nun mit Handicap. Durch das Tragen eines Gehörschutzes wurde beispielsweise der Gehörsinn der Tischtennissportler „ausgeschaltet“. In einem weiteren Schritt simulierten die Schülerinnen und Schüler durch Tragen von Augenklappen den Verlust eines Auges. Es war nicht nur sehr interessant das Spiel der „Gehandicapten“ zu beobachten, verblüffend kommunikativ und analytisch zeigten sich die Schülerinnen und Schüler in der anschließenden Besprechung/Diskussion, in der sie ihre Erfahrungen offenlegten.
Die Erfahrungen beim Spielen ohne Gehör waren ambivalent. Ein Großteil der Zehntklässler fühlte sich zunächst wackelig auf den Beinen und traf die Bälle nicht mehr so kontrolliert. Dies ist wohl damit zu erklären, dass über das Gehör auch das Gleichgewicht gesteuert wird. Ist dieser Sinn gestört, so hat das unmittelbar Auswirkungen auf die Motorik des gehörlosen Spielers. Einige Jugendliche gaben aber auch an, dass sie sich durch die Ruhe besser auf das Spiel konzentrieren konnten. In jedem Fall stellte auch die Kommunikation die Schüler auf eine weitere Probe. Spiel-„Absprachen“ mussten nun nonverbal getroffen werden, was die Schüler zusätzlich vor neue Herausforderungen stellte. Beim Spielen mit Augenklappe fielen die Rückmeldungen allerdings eindeutig aus. Sehr viele Bälle wurden nicht getroffen, weil plötzlich das räumliche Sehen fehlte. Die Höhe und die Distanz des springenden Balles wurden falsch eingeschätzt. Letztlich kamen trotz der Beeinträchtigung Spielzüge zustande, allerdings nur unter viel größerer Anstrengung. Diese Erkenntnis führte letztendlich auch dazu, dass die Empathie der Schüler für Betroffene gestärkt wurde und Leistungen gehandicapte Sportler nun mit ganz anderen Augen gesehen werden.

 

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