Das Handwerk im Blick

12. April 2019

Trotz voller Auftragsbücher ist die Stimmung im Handwerk eher gedrückt. Ein Blick in die Zukunft lässt leider auch nicht auf eine positive Entwicklung schließen:

Nachwuchs im Handwerk wird händeringend gesucht. Allerdings können offene Ausbildungsplätze nur mit mäßigem Erfolg besetzt werden. Dies führt dazu, dass das Handwerk landauf landab schon jetzt besonders intensiv vom Fachkräftemangel betroffen ist.

In Creglingen haben sich das Handwerk gemeinsam mit der Realschule Creglingen auf den Weg gemacht, diesem Trend entgegenzuwirken. Mit dem ins Leben gerufenen „Handwerkertag“ versuchen die Beteiligten, das Handwerk bei den Jugendlichen wieder ins Bewusstsein zu rücken und zu zeigen, dass ein Handwerksbetrieb nach wie vor ein attraktiver Arbeitgeber sein kann.

Weiteres Ziel der Aktion, an der zehn Handwerksbetriebe aus dem Creglinger Stadtgebiet teilnehmen, ist es, den Schülerinnen und Schülern die Vielfalt des Handwerks vor Ort näherzubringen und Lust auf eine Ausbildung im Handwerk zu machen. Die Vielfalt zeigt sich gerade dadurch, dass die Betriebe elf verschiedene Gewerke präsentieren können.

Seit Jahresbeginn wurden die Planungen rund um den Handwerkertag vorangetrieben. Die Realschule Creglingen und die Betriebe standen seither in regem Austausch, um für die Schüler einen interessanten Handwerkertag auf die Beine zu stellen.  

Bereits im März wurden die achten Klassen im Fach „WBS“ (Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung) über das Projekt informiert und die teilnehmenden Betriebe erhielten die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Über ein kleines Motivationsschreiben konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Interesse am Handwerkertag bekunden und sich bei einem Betrieb anmelden. Gut ein Drittel der Achtklässler, 17 Schülerinnen und Schüler, nehmen die Möglichkeit dieses freiwilligen Praktikums wahr und können so erstmals ganz ungezwungen Kontakt mit der Berufswelt aufnehmen. Während des Praxistages können die Heranwachsenden hautnah viele verschiedene Facetten der im Betrieb ansässigen Betriebsfelder kennen lernen und erleben. Betreut werden sie dabei nicht selten vom Inhaber des Betriebs.

Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler bietet die Teilnahme am Handwerkertag positive Effekte. Auch die mitwirkenden Betriebe sehen in der Zusammenarbeit die Möglichkeit zu profitieren: Einerseits bietet sich ihnen durch das Projekt die Chance, die Schüler für das Handwerk zu begeistern, des Weiteren ist der direkte Kontakt zu den Heranwachsenden sicherlich hilfreich, wenn es darum geht, weitere Praktika oder im besten Falle eine Ausbildung anzubahnen.

Ohne Zweifel muss man anerkennen, dass eine Ausbildung in der Industrie, gemessen an der Bezahlung, für die Heranwachsenden oft lukrativer erscheint. Auf den zweiten Blick bietet das Handwerk allerdings ungeahnten Raum für Kreativität – nicht zuletzt, weil man selbst etwas erschaffen kann. Darüber hinaus bietet das Handwerk nach einer erfolgreichen Ausbildung zahlreiche Aufstiegschancen: Über Weiterbildungen kann der Weg zum Techniker oder Meister gegangen werden. Daneben ist auch der Gang in die Selbstständigkeit denkbar.

Aufgrund der positiven Resonanz aller Beteiligten, ist es von Seiten der RSC angedacht, den Handwerkertag als weiteren Baustein der Berufs- und Studienorientierung dauerhaft an der Schule zu etablieren.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde der Handwerkertag ausgeweitet und wird nochmals am 02.05.2019 durchgeführt.

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