Berlin ist immer eine Reise wert

9. November 2019

Am frühen Montagmorgen, für manche noch mitten in der Nacht, trafen sich unsere 10. Klassen, um die Studienfahrt nach Berlin anzutreten. Trotz der großen Müdigkeit, waren die Vorfreude und Spannung auf die erlebnisreichen und informativen Tage in der Hauptstadt förmlich zu spüren.

Am besten lässt sich die alljährlich im November stattfindende Studienfahrt als kleine Zeitreise durch die letzten 80 Jahre der deutschen Geschichte beschreiben, denn es stehen zahlreiche Begegnungen mit zentralen Orten der deutschen Geschichte auf dem Programm.

Während der Anreise wurde zunächst in Mödlareuth Halt gemacht, um sich das Dorf an der bayerisch-thüringischen Grenze anzusehen. Dieses Dorf wird auch als „Little Berlin“ bezeichnet, da wie in der Hauptstadt selbst, die innerdeutsche Grenze mitten hindurch verlief und die Originalschauplätze noch heute sichtbar sind.

Nach der Ankunft in Berlin stand gleich der Besuch des deutschen Bundestages inklusive einer Gesprächsrunde mit Herrn Alois Gerig, dem CDU-Abgeordneten aus dem Wahlkreis Odenwald-Tauber auf dem Programm. Souverän schilderte er seine Aufgaben als Abgeordneter und konnte viele Fragen klären. Im Anschluss daran wurde die Kuppel des Reichstag-Gebäudes besucht und es konnte die Aussicht über den Berliner Nachthimmel genossen werden.

Am nächsten Tag teilten sich die Schüler und Schülerinnen in mehrere Gruppen auf, um verschiedene Attraktionen zu erkunden. Die einen machten Bekanntschaft mit ihren Stars und Lieblingen in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett, während andere eine gruselige Reise durch Berlins Geschichte im Berlin Dungeon unternahmen. Am Nachmittag wartete dann der Besuch des Bundesrats einschließlich eines dort stattfindenden Planspiels zum Thema „Legalisierung von Cannabis ab 18 Jahren“. Unsere Schüler schlüpften in die Rolle der Bundesregierung, des Bundesratspräsidenten oder der einzelnen Ländervertretungen und so wurde aus der Debatte „Politik zum Anfassen“.

Während der Stadtführung am nächsten Vormittag tauchten die Schülerinnen und Schüler ganz tief in die Berliner Stadtgeschichte ein. Insbesondere wurde an die Zeit der Besatzung und die damit verbundene Teilung in West- und Ostberlin eingegangen.

Im Anschluss an die Mittagspause ging es nach Hohenschönhausen zum ehemaligen Stasi-Gefängnis. Beide 10. Klassen erhielten eine spannende und beeindruckende Führung, die viele Schüler zum Nachdenken über die schrecklichen Abläufe in einem solchen System animierte. Gerade die Berichte der von der Haft gezeichneten Zeitzeugen sorgten für Gänsehaut.

Zum Abschluss des Tages besuchten die Berlintouristen und ihre begleitenden Lehrkräfte Herr Ködel, Herr Ott und Frau Stempien die Theaterkomödie „Ruhe! Wir drehen!“.

Am vorletzten Tag kamen die Schülerinnen und Schüler noch einmal voll auf ihre Kosten. Der Vormittag stand zur freien Verfügung, was zu ausgiebigen Shoppingtouren aber auch zu ein oder anderen Besichtigungen genutzt wurde. Nach dem freien Vormittag ging es in die Berliner Unterwelten und alle fieberten schon dem am Abend anstehenden Discobesuch im „Matrix“ entgegen, wo ausgelassen gefeiert und getanzt wurde.

Mit müden Augen stiegen alle am Freitagmorgen in die Busse, um die Heimreise ins Taubertal anzutreten. Allerdings führte der Weg nicht direkt nach Hause, denn es stand noch ein letzter wichtiger Programmpunkt an, der Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender nationalistischer Tendenzen in der Gesellschaft, ist es der Realschule Creglingen ein Anliegen, die Gräueltaten zur Zeit des Nationalsozialismus unseren Schülerinnen und Schüler vor Augen zu führen.

Insgesamt hat die Studienfahrt nach Berlin einen hohen Stellenwert im Schulcurriculum, da sie einen ganz wertvollen Beitrag zur Allgemeinbildung und politischen Meinungsbildung leistet.

    

 

 

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